Ganz ohne Zweifel – sie war tot. Tot? Lebendig war sie, frei und leicht! Amelie schwebte über ihrem Körper, der zusammengekrümmt über dem Lenkrad lag. Zwei Rettungssanitäter 

Adventsvollmond 2013schickten sich gerade an, ihn aus dem zertrümmerten Auto zu ziehen.

Was war passiert? Auf reifglatter Straße war sie zu schnell in eine Kurve hinein gefahren, hatte die Spur verloren und war gegen einen Baum geprallt... Eigentlich hatte sie ganz schnell nach Hause kommen wollen, zu ihrem Mann Peter und der gerade erst adoptierten kleinen Vanessa.

Was war denn das?! Gerade eben dachte sie an Peter, und jetzt war sie bei ihm! Ja, sie sah ihn ganz deutlich; er trug das acht Monate alte Baby im Zimmer herum, weil es offenbar nicht einschlafen konnte. Zwischendurch schaute er auf die Wanduhr. Er wartete auf Amelie... Sie war ja HIER, sie war DA, aber er konnte sie nicht sehen! Er konnte auch nicht hören, wie sie ihn rief. Er konnte nicht fühlen, wie sie ihn umarmte, küsste und um Vergebung bat – für alles: für den Streit gestern Abend, für ihr hitziges Temperament, das oft dazu geführt hatte, dass sie, die Tür zuschlagend, den Raum verließ. Dafür, dass sie ihn nun schon wieder enttäuschte, indem sie einfach nicht nach Hause kam...

 

Verzweiflung ergriff sie; sie wollte weinen, aber sie hatte keine Tränen, warum nur? Ach Gott, sie war ja TOT! Amelie fühlte sich so allein und verlassen wie noch nie in ihrem vergangenen 37-jährigen Erdenleben. Und das wollte etwas heißen, denn einsam und unverstanden hatte sie sich wahrhaftig oft genug gefühlt. Jetzt aber war da dieser Schleier zwischen Peter und ihr selbst, ein Schleier, der durchsichtig war und eigentlich gar nicht vorhanden auf ihrer Seite, ganz offensichtlich aber vollkommen undurchdringlich auf Peters.

Es läutete an der Haustür. Amelies Mann ging hin um zu öffnen. Eine Polizistin stand im Eingang, mit ernster Miene und einer Karte in der Hand. Es war Amelies Personalausweis.

„Herr Wolfert?“
„Ja. Um Himmels willen, ist meiner Frau etwas passiert?!“
Peter war bleich wie eine weiß getünchte Wand, und die Kleine auf seinem Arm fing an zu weinen.
„Es tut mir schrecklich leid, ja“, antwortete die Beamtin. „Ihre Frau ist vor einer guten Stunde auf der B265 tödlich verunglückt.“
Peters Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei. Das „Nein!“ konnte man nur von seinen Lippen ablesen, es kam kein Laut heraus.
Die Polizistin tat etwas, wofür Amelie sie am liebsten geküsst hätte. Sie nahm Peter in den Arm und streichelte das Baby.
„Darf ich für einen Moment hereinkommen?“, fragte sie. „Ich möchte Ihnen erzählen, was passiert ist. Und dann... leider müssen Sie Ihre Frau identifizieren. Haben Sie jemanden, der in der Zwischenzeit für das Kind sorgen kann?“
„Meine Mutter“, sagte Peter mit gepresster Stimme. „Sie wohnt im Haus nebenan, Nummer 13.“

Bei der Erwähnung ihrer Schwiegermutter durchzuckte Amelie ein Hoffnungsschimmer. Erika Wolfert hatte ihr oft erzählt, dass sie ein Medium sei und auch mit Verstorbenen kommuniziere. Als Menschenfrau hatte Amelie heimlich darüber gelacht und Erika für ein wenig „plemplem“ gehalten. Eine liebenswerte Spinnerin, hatte sie gedacht, denn sie war überzeugt gewesen, dass es jenseits des körperlichen Todes gar nichts gäbe.

Wieder dieser merkwürdige Ortswechsel! Sie befand sich in Erikas Wohnzimmer, noch bevor Peter und die Polizeibeamtin dort angekommen waren. Erika saß in ihrem altmodischen Ohrensessel und häkelte. „Meditation“ nannte sie das für gewöhnlich und lachte dabei. Ihre gegenwärtige Arbeit schien ein Mützchen für Vanessa zu werden.

„Erika!“, rief Amelie leise, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Wenn es nun stimmte, dass die Schwiegermutter sie wahrnehmen konnte?
„Amelie.“ Erika sprach nicht laut, sie dachte es. Sie, Amelie konnte jetzt Gedanken lesen?!
„Amelie, ich hatte den ganzen Abend über diese Ahnung, dass etwas Schreckliches passieren würde. Du bist auf der anderen Seite, nicht wahr?“
„Ja! Ich hatte einen Autounfall. Bin gegen einen Baum geprallt und war sofort tot. Aber 'tot' ist solch ein Witz...“ Amelie musste unvermittelt lachen. „Ich habe das Gefühl, noch nie so lebendig gewesen zu sein! Es ist irgendwie wunderschön und spannend, wenn da nur nicht Peter und die Kleine wären...“

Sie wunderte sich über sich selbst. Hatte sie soeben „wunderschön und spannend“ gesagt? Woher kam dieses plötzliche Glücksgefühl?

„Siehst du das Licht, Amelie?“ Das war wieder Erika, die ihr einen völlig neuen Gedanken schickte.

Aber nun läutete Peter. Erika wusste, dass er es sein musste und ließ ihn und die Polizistin herein. Sie umarmte ihren Sohn ganz fest und sagte leise:
„Ich weiß es, Peter. Aber sie lebt, und sie ist hier bei uns.“
„Mutter!“, schrie Peter.
„Ruhig, ganz ruhig, mein Junge. Es gibt den Tod nicht wirklich. Unsere Amelie hat nur einmal wieder die Seiten gewechselt. Ihre Seele hatte gute Gründe dafür. Ich höre sie schon sprechen, ich werde alles für dich aufschreiben. Amelies Seele möchte dir sehr viel sagen, und auch Amelie selbst. Gib mir jetzt die Kleine, ich bringe sie ins Bett. Du kannst hingehen und Amelies Körper identifizieren.“

Plötzlich fing Peter haltlos zu schluchzen an. Er warf sich seiner Mutter an den Hals und weinte, als ob er nie mehr aufhören wollte. Erika drückte ihn an sich. Sie wiegte ihn wie ein kleines Kind, und das wirkliche Baby, das die ganze Zeit über geschrien hatte, beruhigte sich allmählich.

„Kommen Sie, Herr Wolfert, bringen Sie es hinter sich“, sagte die Polizistin mit sanfter Stimme. „Wenn ich etwas bemerken darf – Ihre Mutter hat Recht. Es gibt den Tod nicht wirklich. Ihre Frau lebt. Auch ich kann ihre Gegenwart spüren.“

Eine große Freude durchzuckte Amelie. Alles war gut! Und da war nun dieses LICHT, das auf sie zu strahlte. Ein wenig Angst hatte sie davor, denn es war so unglaublich blendend hell, aber sie wunderte sich nicht, nicht das kleinste Bisschen, als sie eine klingende Stimme daraus hörte, die sagte: „Amelie, ICH bin DU. Komm heim, damit du dich wieder erinnern kannst. Eine Lebenszeit auf der Erde ist zu Ende gegangen. Wir hatten einen Seelenvertrag mit Peter, dass es so sein sollte. Zu gegebener Zeit wirst du die Wahl haben, ob du eine erneute Erdenzeit wünschst, oder ob du Peter und das Kind als ein Engel begleiten möchtest.“

Aus dem Licht heraus strömten nun zahllose Gestalten auf Amelie zu. Sie kannte sie alle! Da waren ihre Großeltern von väterlicher und mütterlicher Seite, aber auch Ahnen, die sie zu ihrer Zeit als Menschenfrau nicht mehr erlebt hatte. Und da waren Partner, Verwandte und Freunde aus ihren eigenen vergangenen Zeiten auf der Erde, die sie vollkommen vergessen hatte! JA, selbstverständlich, sie war schon so oft auf diesem wunderschönen Planeten verkörpert gewesen!

Erika legte in Peters Haus die kleine Vanessa in ihr Bettchen, sang ihr ein Schlaflied vor und schob sich einen Stuhl ins Kinderzimmer, um neben dem Baby zu wachen, bis ihr Sohn wieder heimkam.
„Amelie!“, schickte sie einen liebevollen Gedanken an ihre verstorbene Schwiegertochter, „du kannst getrost gehen. Dein Mann und dein Kind sind bei mir in guten Händen. Ich werde Peter alles erklären und er wird den Weg des Erwachens gehen, wie ihr es einst auf der Seelenebene vereinbart habt.“

Amelie hörte nur noch mit halbem Ohr hin. Das LICHT zog sie magisch an, die Seelen im Licht winkten ihr einladend zu und streckten die Arme nach ihr aus.

Da flog sie heim...

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