Manchmal braucht der Mensch Mut, um seine Wut herauszulassen. Manchmal braucht es auch WUT, um mutig zu sein... Ich kam nicht umhin, mich in den letzten Wochen mit diesem 02 004 inneres kind 2009 4Thema immer wieder zutiefst auseinanderzusetzen. Ich gehörte nämlich lange Jahre, ja, Jahrzehnte meines Lebens hindurch zu den Menschen, die "um des lieben Friedens willen" gerne systematisch jeglichen Zorn unterdrücken. Sei er nun "berechtigt" oder auch "unberechtigt" in den Augen anderer - wenn ICH wütend bin, dann gab bzw. gibt es aber garantiert IMMER einen guten Anlass. Das gilt natürlich nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen Menschen. 

 

Der häufigste Anlass für einen Menschen wütend zu werden ist, wenn du dich "angegriffen" und dabei auch noch "ungerecht behandelt" fühlst. Dann fühlst du dich im doppelten Sinne "nicht gesehen": zum einen, weil die Grenzen, die du gerne setzen würdest, überschritten wurden, zum anderen, weil der/die andere nicht gesehen hat, was du tatsächlich gemeint oder beabsichtigt oder geleistet hast. Wie kannst du nun aber mit dieser Wut, die in dir hochsteigt, umgehen? Du möchtest doch nicht deinerseits verletzend werden? Wo du doch so genau weißt, wie weh das tut...

Ehrlich gesagt, ich habe kein "Patentrezept", und es dürfte wohl auch keines geben! Was du natürlich nun tun kannst, ist das, was ich selbst so lange gelebt habe (ich lernte es von meiner Mutter): Du machst vielleicht noch eine ganz kleine, spitze Bemerkung und ziehst dich dann zurück. Frisst den ganzen Ärger in dich hinein, redest die Situation dir selbst gegenüber möglicherweise auch noch schön... Du willst es ja um Himmels willen allen recht machen! Umgekehrt hast du selbstverständlich auch die Wahl, wie eine "Platzpatrone" zu re-agieren: Du schimpfst und du schreist den anderen an, lässt so richtig Dampf ab - ah, das tut gut! "Ohne Rücksicht auf Verluste", in diesem Falle, in der Seele des anderen. Gibt es noch weitere Optionen? Ehrlich gesagt, ich suche gerade danach. Besonders kompliziert wird die Situation dann, wenn du weißt, dass der andere "es ja nur gut mit dir meint" und das, was du ihm unterstellst, garantiert "überhaupt nicht so gemeint" hat. Da bringt es nämlich wahrscheinlich gar nichts, diesem Menschen erklären zu wollen, wie du dich fühlst und warum. Du kannst es dennoch probieren - das kostet dich einigen Mut und vielleicht auch Überwindung.

In Situationen, wo ich mich an vergangene Verletzungen und vergangenen Zorn erinnere, hilft es mir manchmal, meine Gefühle einfach fließen zu lassen. Ich sage der Wut und dem mit ihr verbundenen Schmerz einfach: "Ihr dürft jetzt da sein und ihr dürft durch mich hindurch fließen." Es kann sich dabei eine wunderbare Erfahrung von Kraft, Energie, Stärke und sogar Freude einstellen.

Die hohe Kunst, mit unserer eigenen Wut umzugehen, besteht wohl darin, dass wir sie einerseits voll bewusst bei uns selbst wahrnehmen und sie andererseits nicht impulsiv ausagieren. Wir können dann deutlich und mit Nachdruck unsere eigene Sichtweise vertreten, ohne selbst verletztend zu werden. Ehrlich gesagt, hier bin ich noch sehr beim Üben...

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