Januar 2005

„…Die Frage, wie Menschen friedlich, gleichberechtigt und ohne staatliche Regulierung zusammenleben können, hat die Autorin vor 30 Jahren als Studentin stark beschäftigt. In ihrem Roman entwirft sie nun die Utopie einer solchermaßen idealen Gesellschaft, in Gestalt der fiktiven indischen Hochkultur „Chandranooga“, 5000 Jahre vor Christus.

Dorthin katapultiert die Zeitmaschine Jürgen. Am Rande des Urwalds trifft er eine junge Frau, die ihm in das Deutschland der 1970er Jahre folgt – und staunend den damaligen Alltag erlebt und hinterfragt, die gesellschaftlichen Normen, beruflichen Zwänge, Weltbilder, Rollengefüge. Eine durchaus ernst gemeinte Einladung an den Leser, seine Sicht auf das Hier und Heute zu schärfen.

Aus diesen Kontrasten also bezieht das Buch seine Spannung, ebenso aus der Liebesgeschichte im Rahmen der Zeitreise und natürlich aus der bangen Frage, ob und wie lange die in ferner Vergangenheit angesiedelte Utopie Bestand hatte. Das möchte Ines Nandi ihren rund 50 Zuhörern im Schlosscafé nicht im Detail verraten – die Spannung bei der Lektüre wäre dahin. Eines allerdings nimmt Jürgen bald nach seiner Ankunft in Chandranooga im Gespräch mit einer Priesterin vorweg: „die dunkle Seite des Menschen verschafft sich Geltung, daran kommt niemand vorbei.“

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